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Morbus Bechterew

Morbus Bechterew (benannt nach dem russischen Neurologen Wladimir von Bechterew) ist eine chronisch verlaufende, entzündlich-rheumatische Erkrankung, die vorwiegend die Kreuz-Darmbein-Gelenke und die Wirbelsäule betrifft. Dank moderner Behandlungsmethoden ist es möglich, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und die Krankheitsaktivität weitgehend zu unterdrücken.

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Krankheitsbild

Die Erkrankung beginnt in den meisten Fällen mit einer Entzündung der Kreuz-Darmbein-Gelenke (Sakroiliitis), die sich auf verschiedene Bereiche der Wirbelsäule ausdehnen kann (Spondylitis, Wirbelentzündung). Bei weiterem Fortschreiten kann es zu einer Versteifung (Ankylose) durch Verknöcherung der Wirbelsäule kommen. Dadurch nimmt die Stärke der Schmerzen zwar oft ab, aber die Wirbelsäule wird in ihrer Beweglichkeit stark eingeschränkt. Dieser Prozess lässt sich nicht rückgängig machen.

Ursachen des Morbus Bechterew
Die Ursachen des Morbus Bechterew sind noch nicht vollständig geklärt. Neben der erblichen Veranlagung und einer Störung im Immunsystem scheinen äußere Faktoren eine Rolle zu spielen.

Betroffene

Morbus Bechterew betrifft in Deutschland etwa 0,5 Prozent der Bevölkerung, überwiegend jüngere Menschen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Da der Morbus Bechterew in bestimmten Familien häufiger vorkommt als in anderen, geht man davon aus, dass die Erkrankung eine genetische Komponente hat.

Symptome

Oft wird Morbus Bechterew erst sehr spät erkannt, weil die ersten Symptome (z.B. Rückenschmerzen) sehr unspezifisch sind. Die Krankheit verläuft meist in Schüben: Phasen starker Beschwerden wechseln sich mit symptomarmen Phasen ab.

Rückenschmerzen
Wichtigstes und zumeist auch erstes Symptom sind tiefsitzende Rückenschmerzen, die meist nachts oder in den frühen Morgenstunden auftreten und sich bei Bewegung bessern. Sie sind verbunden mit einer eingeschränkten Beweglichkeit nach längerer Ruhigstellung. Diese „Morgensteifigkeit“ hält meist länger als 30 Minuten an.

Weitere Symptome des Morbus Bechterew
Sehnenansatzentzündungen (Enthesitis): Vor allem die Sehnenansätze, z.B. am Ansatzpunkt der Achillessehne, können betroffen sein.
Regenbogenhautentzündungen (Iritis): Die Augen sind gerötet und schmerzen. Helles Licht wird als unangenehm empfunden.
Periphere Gelenkentzündungen: Schulter, Hüfte und Knie sind häufig betroffen.
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen: Gelegentlich tritt Morbus Bechterew zusammen mit Darmerkrankungen auf.

Behandlung

Die Behandlung ruht im Wesentlichen auf zwei Säulen: aktive Bewegungsübungen und die Gabe von Medikamenten zur Schmerz- und Symptomlinderung sowie zur Entzündungshemmung.

Physiotherapie
Die wichtigste Behandlungsmaßnahme für den Erhalt der Wirbelsäulenbeweglichkeit, aber auch zur Schmerzbekämpfung ist die Physiotherapie (Krankengymnastik).

NSAR und Kortison
Die medikamentöse Behandlung beginnt oft mit kortisonfreien entzündungshemmenden Arzneimitteln, so genannten nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Bei akuter Entzündung einzelner Gelenke oder Sehnen besteht die Möglichkeit, Glukokortikoide (Kortison) zu injizieren, um eine rasche Linderung zu erreichen.

Biologika  
Gegen entzündliche Schmerzen der Wirbelsäule und zur Förderung der Beweglichkeit lassen sich auch so genannte TNF-alpha-Hemmer einsetzen, eine moderne Generation von Medikamenten aus der Gruppe der Biologika, auch „Biologics“ genannt. Dabei handelt es sich um gentechnisch hergestellte Eiweißstoffe (Proteine), die therapeutisch wirksam sind, indem sie die Aktivität natürlich vorkommender Substanzen fördern oder hemmen.

Basistherapeutika
Zur Behandlung werden auch langwirksame Antirheumatika (so genannte Basistherapeutika) eingesetzt. Bei Morbus Bechterew sind diese nur bei Entzündungen der peripheren (von der Körperachse entfernten) Gelenke wirksam – d.h. wenn andere Gelenke als Wirbelsäule und Kreuz-Darmbein-Gelenke betroffen sind.

Atemübungen
Bechterew-Patienten können ihre Lungenfunktion verbessern, indem sie regelmäßig Atemübungen ausführen. Experten empfehlen deshalb, die Lunge und die Herzkreislauforgane gezielt zu trainieren.

Service für Patienten  

Wegweiser Rheuma
Als besonderen Service für Rheuma-Patienten hat Pfizer ein umfangreiches Infopaket rund um Krankheitsbild, Diagnose, Therapie und das Leben mit rheumatischen Erkrankungen im Internet zusammengestellt. Weitere Informationen unter www.wegweiser-rheuma.de.

Selbsthilfe und weiterführende Links
Die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew e.V. (DVMB) ist das Netzwerk zur Selbsthilfe für Patienten, die an Morbus Bechterew oder verwandten entzündlichen Wirbelsäulenerkrankungen leiden (www.bechterew.de).